Volles Haus in Hombrechtikon: Die EU-Verträge bewegen die Bevölkerung!
Über 210 Besucherinnen und Besucher, ein hochkarätig besetztes Podium und klare Worte zur Zukunft unseres Landes: Der EU-Informationsanlass der SVP-Sektionen Hombrechtikon, Stäfa und Oetwil am See vom 26. Oktober 2026 war ein voller Erfolg. Im Zentrum standen die drohende Übernahme von EU-Recht, die zunehmende Bürokratie aus Brüssel und die Frage, wie viel politische Eigenständigkeit die Schweiz künftig bewahren soll.

Über 210 Besucherinnen und Besucher, ein hochkarätig besetztes Podium und klare Worte zur Zukunft unseres Landes: Der EU-Informationsanlass der SVP-Sektionen Hombrechtikon, Stäfa und Oetwil am See vom 26. Oktober 2026 war ein voller Erfolg. Im Zentrum standen die drohende Übernahme von EU-Recht, die zunehmende Bürokratie aus Brüssel und die Frage, wie viel politische Eigenständigkeit die Schweiz künftig bewahren soll.
Bereits vor Beginn der Veranstaltung zeichnete sich ab, dass das Interesse an der Schweizer Europapolitik gross ist. Der Gemeindesaal Hombrechtikon füllte sich mit gut 210 Gästen bis auf den letzten Platz. Eingeladen hatten die drei SVP-Sektionen Hombrechtikon, Stäfa und Oetwil am See zu einem Informations- und Diskussionsabend über die neuen Rahmenverträge zwischen der Schweiz und der Europäischen Union.
Für einen würdigen Auftakt sorgte die Spielgemeinschaft Stäfa-Hombrechtikon mit ihren musikalischen Darbietungen. Der Landfrauenverein verwöhnte die Besucherinnen und Besucher mit Schüblig, Herdöpfelsalat und weiteren Köstlichkeiten. Damit war der Rahmen für einen Abend geschaffen, an dem neben dem politischen Austausch auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam.
Bürokratiemonster Brüssel – wenn selbst der Rotwein reguliert wird
Den ersten Höhepunkt bildete das Referat von Dr. Marcel Erni, Mitinitiant der Kompassinitiative. Mit eindrücklichen Beispielen, wirtschaftlichen Vergleichen und einer gehörigen Portion Humor führte er dem Publikum vor Augen, welche Folgen die zunehmende Regulierung durch die Europäische Union aus seiner Sicht mit sich bringt.
Besonders anschaulich war das Beispiel des Rotweins. In der EU müssen Weinproduzenten inzwischen Angaben zum Energiegehalt machen und weiterführende Informationen über Zutaten und Nährwerte bereitstellen. Auch die Schweiz beschäftigt sich mit der Übernahme entsprechender Vorschriften. Was auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit erscheinen mag, bedeutet für zahlreiche kleinere Weinbaubetriebe zusätzlichen administrativen Aufwand und entsprechende Kosten.
Erni stellte dabei die grundsätzliche Frage, ob solche Vorschriften tatsächlich notwendig seien oder ob die EU mit ihrer zunehmenden Regulierung längst über das Ziel hinausschiesse.
Auch der Umfang des geplanten Vertragspakets gab zu reden. Erni verwies auf Tausende Seiten Vertrags- und Verordnungstexte und warnte davor, dass die Schweiz durch die dynamische Rechtsübernahme künftig immer stärker an die europäische Gesetzgebung gebunden werden könnte.
Besonders deutlich wurde seine Kritik bei den finanziellen Verpflichtungen. Während die bisherigen Kohäsionsbeiträge rund 130 Millionen Franken jährlich betrugen, sind im Rahmen des neuen Vertragspakets künftig Beiträge von rund 350 Millionen Franken pro Jahr vorgesehen. Das entspricht rechnerisch ungefähr 80 Franken pro Schweizer Haushalt und Jahr. Erni stellte den Nutzen dieser Zahlungen infrage und sprach kritisch von einem «Marktzugangszoll».
Sein Referat verdeutlichte vor allem eines: Bei den neuen EU-Verträgen geht es nicht allein um wirtschaftliche Beziehungen, sondern auch um grundlegende Fragen der demokratischen Selbstbestimmung und der politischen Eigenständigkeit unseres Landes.
Martin Hübscher mit klaren Worten gegen das Bürokratiemonster
Nach einer kurzen Pause folgte die mit Spannung erwartete Podiumsdiskussion. Unter der souveränen Leitung von Andreas Schürer diskutierten Nationalrat und Zürcher Regierungsratskandidat Martin Hübscher (SVP), Ständerat Daniel Jositsch (parteilos) und Dr. Marcel Erni über die Zukunft der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU.
Martin Hübscher kritisierte die zunehmende Regulierung aus Brüssel und bezeichnete die Europäische Union als «Bürokratiemonster». Er stellte die Frage, weshalb die Schweiz ihre bewährten politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch zusätzliche Vorschriften und institutionelle Verpflichtungen einschränken sollte.
Insbesondere die dynamische Rechtsübernahme stand im Zentrum seiner Kritik. Dabei geht es um die Frage, in welchem Umfang die Schweiz künftig Weiterentwicklungen des EU-Rechts übernehmen müsste und welche Folgen dies für die direkte Demokratie hätte.
Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen zusätzlicher Regulierungen wurden intensiv diskutiert. Für Hübscher standen dabei die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen und die Bedeutung eigenständiger politischer Entscheidungen im Vordergrund.
Direkte Demokratie oder stärkere Anbindung an Brüssel?
Eine andere Sichtweise brachte Ständerat Daniel Jositsch in die Diskussion ein. Er betonte insbesondere die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für den Forschungsstandort Schweiz. Der Zugang zu europäischen Forschungsprogrammen sowie die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen seien wichtige Faktoren, die bei einer Beurteilung der neuen Verträge nicht ausser Acht gelassen werden dürften.
Gleichzeitig stellte Jositsch eine grundsätzliche Frage zur künftigen Ausrichtung der Schweizer Europapolitik: Will die Schweiz den eingeschlagenen Weg mit der EU weitergehen und die neuen Verträge akzeptieren? Oder entscheidet sie sich bewusst gegen das Vertragspaket, verfolgt einen eigenständigeren Weg und sucht nach zusätzlichen Möglichkeiten für den internationalen Marktzugang?
Damit sprach er eine der zentralen Fragen des Abends an.
Kontrovers diskutiert wurden auch die direkte Demokratie, die Rolle des Europäischen Gerichtshofs und die Auswirkungen der dynamischen Rechtsübernahme. Ebenso kamen Protestbewegungen innerhalb verschiedener EU-Mitgliedstaaten zur Sprache, die von den Kritikern als Ausdruck einer wachsenden Unzufriedenheit mit politischen Entscheidungen und Regulierungen auf europäischer Ebene angeführt wurden.
Die unterschiedlichen Standpunkte sorgten für eine lebhafte Diskussion. Trotz teilweise deutlicher Meinungsverschiedenheiten blieb der Austausch respektvoll und sachlich. Den Abschluss bildete eine Fragerunde, bei der die Besucherinnen und Besucher ihre Fragen direkt an die Podiumsteilnehmer richten konnten.

Hochkarätige Diskussion über die neuen EU-Verträge: Dr. Marcel Erni, Nationalrat Martin Hübscher und Ständerat Daniel Jositsch diskutierten unter der Moderation von Andreas Schürer über die Zukunft der Schweiz und ihre Beziehungen zur EU.
Ein starkes Zeichen für das politische Engagement
Hinter dem gelungenen Abend stand ein engagiertes Organisationskomitee bestehend aus Lukas Bubb, Präsident SVP Stäfa, Eugen Hunziker, Präsident SVO Oetwil a. Se. Und OK-Präsident Aaron Gafner, Ausschussmitglied der SVP Bezirk Meilen.
Zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützten die Veranstaltung beim Aufbau, beim Empfang, im Service und beim anschliessenden Aufräumen. Besonders erfreulich war die tatkräftige Mithilfe zahlreicher Kantonsratskandidatinnen und Kantonsratskandidaten aus dem Bezirk Meilen im Hinblick auf die Wahlen 2027.
Auch der Landfrauenverein und die Spielgemeinschaft Stäfa-Hombrechtikon trugen mit ihrem Einsatz wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei.
Für OK-Präsident Aaron Gafner war der Abend ein persönlicher Höhepunkt. Mit gut 210 Gästen, einem hochkarätigen Podium und zahlreichen positiven Rückmeldungen seien die Erwartungen erfüllt worden. Besonders erfreulich sei gewesen, dass sich so viele Menschen aus der Region für die Zukunft der Schweiz und ihre Beziehungen zur Europäischen Union interessierten und den Anlass aktiv mitgestalteten.
Der Abend in Hombrechtikon zeigte eindrücklich, dass die Diskussion über die neuen EU-Verträge die Bevölkerung beschäftigt. Die unterschiedlichen Argumente machten deutlich, wie weitreichend die bevorstehenden politischen Entscheidungen für die Schweiz ist.
Für die SVP bleibt dabei die Frage nach der Wahrung der direkten Demokratie, der Eigenständigkeit und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes von zentraler Bedeutung.
Aaron Gafner
Ausschussmitglied SVP Bezirk Meilen
SVP Bezirk Meilen